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Neue FSME-Risikogebiete - gefährliche Zecken breiten sich immer weiter aus

05. August 2022

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine Gehirn-, Rückenmarks- und Hirnhautentzündung, die durch Viren verursacht wird und nicht durch Medikamente heilbar ist. Diese Viren werden durch den Stich von Zecken übertragen. Nicht jede Zecke übertragt diese Viren, aber besonders in Risikogebieten, in denen das Virus besonders häufig vorkommt, ist die Wahrscheinlichkeit groß. Und diese Gebiete werden immer größer und immer mehr.  Vor allem tritt FSME in Bayern, Südhessen, Südthüringen und Sachsen auf. Weitere einzelne Risikogebiete befinden sich laut dem Robert-Koch-Institut in Mittelhessen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen. Alleine 2022 sind sechs neue Risikogebiete dazugekommen. Darunter befinden sich erstmals drei Landkreise in Brandenburg: Oberspreewald-Lausitz, Oder-Spree und Spree-Neiße. Weiterhin dazugekommen ist der Stadtkreis Solingen in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen der Stadtkreis Chemnitz und der Landkreis Görlitz. Insgesamt gibt es damit in ganz Deutschland nun 175 Risikogebiete.

Zeckengebiet nicht gleich Risikogebiet

Ein Rekordjahr für FSME-Meldungen war 2020: Hier wurden 721 Neuerkrankungen bekannt. Sie nahmen jedoch im letzten Jahr wieder ab, 2021 wurden nur noch 390 Erkrankungen gemeldet. Ein Risikogebiet definiert sich durch die Häufigkeit der FSME-Erkrankungen innerhalb von fünf Jahren. Es gibt eine Unterscheidung zwischen Zeckengebieten und Risikogebieten: Zecken gibt es in ganz Deutschland. Sie sind vor allem im Unterholz, in Büschen oder hohen Gräsern zu finden. Sie sind an sich nicht gefährlich. Da sie aber durch ihren Speichel gefährliche Krankheiten wie FSME übertragen können, lohnt es sich, vorzusorgen. Und das nicht nur in den Risikogebieten, in denen FSME gehäuft auftritt. 

Wichtigste Vorsorge: Die Impfung

Die wichtigste Vorsorge, um nicht an FSME zu erkranken, ist die Impfung. Ein Impfstoff ist für Kinder ab einem Jahr zugelassen. Kinder zu impfen ist sinnvoll, weil sie häufiger dort unterwegs sind, wo sich in der Natur auch Zecken aufhalten. Um sie auch vor anderen Krankheiten, die Zecken übertragen können - dazu gehört Borreliose, eine Bakterieninfektion, die verschiedene Organsysteme befallen kann - schützen zu können, sollten die Kinder nach dem Aufenthalt draußen abends gründlich nach Zecken abgesucht werden. Natürlich empfiehlt sich auch für Erwachsene eine Impfung, denn die schlimmen Auswirkungen der Krankheit treffen vor allem Personen über 50 Jahren. Für die Grundimmunisierung braucht es drei Dosen, ein bis drei Monate nach der ersten Dosis erfolgt die zweite Impfung, die dritte kommt nach fünf bis 12 Monaten dazu. Eine Auffrischungsimpfung wird nach drei Jahren empfohlen, weiter dann alle fünf Jahre.

Weitere Maßnahmen gegen Zecken ergreifen

Wer draußen unterwegs ist und sich durch Gebüsch oder hohe Gräser bewegt, der sollte auf lange und geschlossene Kleidung achten, damit die Zecken erst gar nicht an den Körper herankommen. Auch wird empfohlen, Zecken abweisende Mittel auf die Haut aufzutragen. Diese wirken allerdings nur ein paar Stunden. Anschließend sollte man am Körper und auf der Kleidung nach Zecken Ausschau halten. Sollte man eine Zecke am Körper finden, sollte diese so schnell wie möglich entfernt werden. Auf eine mögliche FSME-Erkrankung hat das zwar keinen Einfluss, da diese Viren gleich zu Beginn übertragen werden können, aber die Wahrscheinlichkeit, sich mit Borreliose anzustecken, kann so gesenkt werden. Wenn sich die Einstichstelle entzündet, sollte sie von einem Arzt untersucht werden.

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